Energieberatung im SPD-Büro Wenden

Zu hohe Gaspreise: Rechnung kürzen/ Beratung im SPD-Büro Wenden immer Mittwochs 9:00 - 11:00 Uhr


„Machen Sie den Preiswucher nicht mehr mit. Werden Sie ein Energie-Rebell!" Bernd Ahlers vom Bund der Energieverbraucher rief gestern Abend in Schönau zum breiten Widerstand gegen die Energieversorger auf. „Oft machen wir politische Bildung, aber heute gibt es Praxis", hatte Robert Kirchner-Quehl von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die zum Thema „Energiepolitik und Verbraucherschutz" eingeladen hatte, angekündigt. Die große Resonanz im Gasthof Scherer zeigte, dass die Energie-Thematik die Verbraucher brennend interessiert. „Die steigenden Energiekosten sind ein ständiges Ärgernis der Verbraucher. Viele können das mit ihren Einkommen nicht mehr bezahlen", sagte SPD-Landtagsabgeordneter Reinhard Jung. Gefragt ist deshalb Mut zum Aufstand gegen die Energieriesen. „Seit Jahren beschweren sich Leute bei uns im Bürgerbüro. Sie kommen mit ihren Rechnungen und haben Tränen in den Augen", sagte Wendens SPD-Vorsitzender, Jochen Sauermann. Er selbst ist bereits ein Energie-Rebell: „Ich kürze meine Strom- und Gasrechnung. Das funktioniert. Wenn man zusammenhält, knicken die großen Energieversorger ein." Mit dem Bund der Energieverbraucher im Rücken gibt es laut Ahlers derzeit 500 000 Gaspreisverweigerer in Deutschland.  Diplom-Verwaltungswirt Ahlers prangerte die einseitig Preisfestsetzung der Energieversorger an, die ihren Erlös zwischen 1995 und 2005 um 22 Milliarden Euro gesteigert hätten. Gas- und Strompreise seien mehr als 20 Prozent zu hoch. Das große Pfund beim Preisprotest ist § 315 BGB, der dem Verbraucher eine juristisch einwandfreie Einspruchsmöglichkeit gegen überhöhte Gas- und Strompreise bietet. In einem Musterschreiben zieht der Kunde die Billigkeit der Preise in Zweifel. Ahlers empfiehlt, die aktuelle Jahresrechnung auf den Preis im September 2004 vor der Erhöhungswelle zu kürzen. Und dann gilt es, standhaft zu bleiben. „Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Eine Versorgungssperre ist nicht zulässig", betonte Ahlers.
Ein Prozesskostenfonds greift den Mitgliedern des Bundes der Energieverbraucher im Falle eines Rechtsstreits unter die Arme. Doch dazu kommt es meistens überhaupt nicht. „Verbraucher haben viel mehr Macht als sie glauben, vor allem, wenn sie in der Gemeinschaft auftreten", so Ahlers. Falls der Energieversorger wirklich klagt, sei das nur ein Stück Papier: „Es gibt die BGH-Rechtssprechung. Die Bürger haben das Recht der Preisüberprüfung. Immer mehr untergeordnete Gerichte schließen sich für die Verbraucher an. Wir können belegen, dass die Preise zu hoch sind."
Weitere Informationen gibt es auch im Wendener SPD-Bürgerbüro. „Wir haben Unterlagen und helfen vor Ort", so Jochen Sauermann. energie_schoenau_060310_wp.jpg

 

 

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