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Aussiedlung oder Neubaugebiet? |
| Stall-Neubau bleibt ein heißes Eisen / Hillmicker verlangen Hilfe der Gemeinde |
win Hillmicke. Enorm war der Besuch der Bürgerversammlung, die am
Donnerstagabend im Gasthof Valpertz in Hillmicke stattfand: Über 90
Hillmickerinnen und Hillmicker waren der Einladung von Bürgermeister
Peter Brüser und Ortsvorsteher Hubert Kaufmann gefolgt. Zunächst
verlief alles ruhig: Gerhard Sieler als Vorsitzender der
Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung stellte Geleistetes und
Geplantes vor (siehe gesonderten Bericht), Bürgermeister Brüser
informierte über die finanzielle Lage der Gemeinde und geplanten
Investitionen, Ortsvorsteher Kaufmann berichtete über aktuelle
Neuerungen. Zunächst teilte er mit, dass Berthold Schade, „Vater" der
Spiel- und Sporthalle, die Verwaltung zum neuen Jahr abgeben werde.
Nach langem Überlegen sei eine Lösung gefunden worden: Der Sportverein
„Blau-Weiß" Hillmicke werde künftig die reine Verwaltung der Halle
übernehmen. Das beziehe sich nicht auf Kurse und andere Angebote - dies
bleibe unverändert. Lediglich Vermietungen etwa für private Feiern und
Ähnliches wickle jetzt Wolfgang Verheul namens des Sportvereins ab.
Der Abriss der Eisenbahn-Unterführung in Wendenerhütte habe zu einer
neuen Verkehrsregelung geführt, die nach anfänglichem Unmut inzwischen
akzeptiert werde. Die Verschönerungsaktion am Friedhof laufe noch, die
Außenbeleuchtung der Kirche sei fertig. Blumen und Dank gab es für das
Ehepaar Birkhölzer: Dieses hat einige Jahre die Pflege der Mariengrotte
übernommen. Zum neuen Jahr gibt das Ehepaar dieses Amt in neue Hände:
Hiltrud und Leo Maiworm wollen künftig für die Freiluft-Kapelle sorgen.
Applaus von der Versammlung erhielt Ferdinand Birkhölzer, der einen von
Kaufmann überreichten Blumenstrauß für seine Ehefrau mit nach Hause
nahm. Weiterhin dankte Kaufmann allen Helfern und auch den Sponsoren,
die sich für die Ortschaft eingesetzt hätten.
Schon schien die Bürgerversammlung vorbei zu sein, da meldete sich
Ratsherr Manfred Stracke (SPD) und sprach offenbar ein Thema an, das
den meisten Erschienenen auf den Nägeln brannte. Er bat Bürgermeister
Brüser, doch Stellung zur geplanten Umsiedlung des Bauernhofs
Zielenbach zu nehmen. Brüser weigerte sich zunächst, sich in
öffentlicher Sitzung zu Grundstücksangelegenheiten zu äußern. Doch als
mehrere betroffene Grundstückseigentümer sich offenbarten und selbst
Zahlen auf den Tisch legten, blieben Brüser und Baudezernent Reiner
Jung keine Antworten schuldig.
Zum Hintergrund: Die Ortschaft Hillmicke hat einen Nettobedarf von etwa
einem Hektar Bauland. Dieses soll nach dem Willen der Bevölkerung
zwischen dem Friedhof und dem Ort entstehen.
Dem läuft zuwider, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor
über 30 Jahren der Hof Zielenbach ausgesiedelt wurde. Dies macht die
Bauplätze unattraktiv, vor allem aber ist Landwirt Heinz Zielenbach
durch EU-Recht gezwungen, einen neuen Stall zu bauen. Dieser muss aus
betrieblichen Gründen in unmittelbarer Nähe des Gehöfts stehen,
praktisch mitten im geplanten Neubaugebiet. Dieses wäre dann durch
Abstandsflächen und Lärmauflagen nicht mehr realisierbar, während der
Stall als privilegiertes Bauvorhaben in jedem Fall umgehend gebaut
werden könnte. Die Hillmicker haben im Rahmen des
Flä-chennutzungsplanverfahrens ihren Wunsch bekundet, dass der Hof
ausgesiedelt werden soll, um das Baugebiet realisieren zu können. Doch
das führt zu Problemen: Die Kosten der Umsiedlung müssten auf die
Grundstückspreise umgelegt werden und dürften diese Flächen schlicht
unverkäuflich machen.
Bürgermeister Peter Brüser erklärte, die Verwaltung habe „eine ganze
Menge Arbeit" investiert, die Vorplanung für eine mögliche bauliche
Entwicklung und eine grobe Kostenschätzung erstellt. In der nächsten
Ratssitzung werde das Thema besprochen. „Wir reden hier nicht über die
viel zitierten ´Peanuts', das ist eine komplizierte Materie, und ich
bin nicht bereit, so eine Entscheidung übers Knie zu brechen", so Peter
Brüser. Auf Kritik aus dem Plenum erklärte der Bürgermeister, die
Entscheidung stehe bevor, es werde keine weiteren drei Jahre dauern.
„Es geht dabei um viel Geld", warb Bürgermeister Peter Brüser für
Verständnis.
Einer der Grundstückseigentümer im erwünschten Neubaugebiet entgegnete
auch für ihn gehe es um Geld, und es könne nicht sein, dass die
Gemeinde die Aussiedlungskosten auf die Besitzer des
Bauerwartungslandes umlege, denen nur die Hälfte dessen gezahlt werden
solle was anderswo in der Gemeinde üblich sei Baudezernent Jung gab
zurück, es handele sich um ein „schönes Gelände", das aber nur mit
enormem Aufwand zu erschließen sei. Und in Hillmicke könne eben kein
Grundstück für 120€ pro Quadratmeter vermarktet werden. Ein Hillmicker
erklärte, der Fehler sei vor über 30 Jahren von der Gemeindeverwaltung
begangen worden, denn der Hof hätte nie an diese Stelle umgesiedelt
werden dürfen Nun sei es an eben dieser Gemeindeverwaltung, den Fehler
ihrer Vorgänger auszugleichen. Brüser widersprach: Vor 30 Jahren habe
niemand absehen können wie die bauliche Entwicklung der Ortschaft
voranschreiten würde. Letztlich wurden die Hillmicker auf die
Januar-Ratssitzung vertröstet.
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