|
Das ist aber mein Förmchen! |
Wie angekündigt, brachte die SPD-Kreistagsfraktion ihren
Antrag zu der geplanten Abfahrtszeitstaffelung im Schülerfahrverkehr am
22.11.07 im Umwelt- und Strukturausschuss (USA) ein.
Das
Ziel des Antrages (s. a. Ende des Artikels) ist, die Härtefälle, die
durch die neuen Abfahrtszeiten entstehen, zu vermeiden. Schülerinnen
und Schüler sollen nicht durch zu frühes Aufstehen in ihrer
Lernfähigkeit beeinträchtigt werden. Insbesondere die Kinder aus den 5.
und 6. Klassen sollten nicht durch das Aufstehen in aller Hergottsfrühe
benachteiligt werden. Im zweiten Punkt des Antrages geht es um die
gefährlichen Situationen, die durch Drängeleien und die teilweise
hoffnungslose Überfüllung entstehen. „Das ist aber mein Förmchen!“
Unter dieser „Überschrift“ ergoss sich ein Giftschwall wegen des
Urheberrechts bezogen auf das Thema Schülerfahrverkehr über die
Umweltpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion und den
nichtanwesenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Thomas
Förderer. Dass in der Politik ab und zu mit dem Florett gefochten wird,
liegt in der Natur der Sache und gehört dazu, wie die Würze zur Speise.
Wenn allerdings vom Ausschussmitglied Kinkel (CDU) das Hackebeil
rausgeholt wird, dann darf sich keiner wundern, dass die SPD-Fraktion
entsprechend störrisch reagiert. Bisher galt im USA das ungeschriebene
Gesetz, in der Diskussion an der Sache orientiert zu argumentieren und
nicht Themen anzusprechen, die nicht zum Tagesordnungspunkt gehören.
Trotz Turbulenzen, verhärteten Fronten gelang es am Ende dann doch zur
Sache zurückzukehren. Der Antrag der SPD-Kreistagsfraktion wurde am
Schluss dieser denkwürdigen Sitzung mit unwesentlichen Änderungen als
gemeinsamer Antrag einstimmig beschlossen. Schülerinnen, Schüler und
Eltern können jetzt, nachdem der übliche Weg eines Antrages
eingeschlagen wurde, darauf hoffen, dass die Probleme politisch gelöst
werden.
Sabine Borchers stellt fest: Die Förmchen für die Sandkastenspiele kann
Herr Kinkel gerne haben. Der SPD-Kreistagsfraktion geht es immer noch
in erster Linie um bürgernahe Politik und deren Umsetzung. Dafür
erträgt sie auch schon mal einen prasselnden Giftschauer.
Gemeinsamer Antrag der Kreistagsfraktionen:
1. Der Landrat wird beauftragt, den Nahverkehrsplan im Hinblick auf
Härtefälle bei den Abfahrtszeiten aufgrund der gestaffelten
Schulanfangszeiten zu überprüfen. Der Landrat wird gebeten, bald
möglichst einen Beschlussvorschlag mit der Zielsetzung, vertretbare
Abfahrtszeiten für die Schüler/innen zu finden, vorzulegen.
2. Der Landrat wird beauftragt, dafür zu sorgen, dass die zum Teil
hoffnungslose Überfüllung der Schulbusse analysiert und schnellstens
abgewendet wird.
|