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Dr. Shams im Goldenen Buch" der Gemeinde |
Der afghanische Wirtschaftsminister zu Besuch im Wendener Rathaus
Wenden,
(nik) „Ihr Besuch ist ein Freundschaftsbeweis ihres Landes an unsere
Gemeinde", sagte der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Wenden
Gerd Müller zum afghanischen Wirtschaftsminister Dr. Jalil Shams. Der
war auf Einladung des Vereins „Afghanistanhilfe" nach Wenden gekommen.
Dieser Verein existiert seit 2002 Er setzt sich für humanitäre Hilfe
und einen interkulturellen Dialog ein und hat etwa schon ein
Krankenhaus gebaut. Ihr Vorsitzender, Dr. Masaod Roohani erklärte:
„Hilfe ist in bestimmten Situationen dringend notwendig, aber das
andere [der interkulturelle Dialog] bestimmt im Moment die Geschicke
der Menschen". Erste Veranstaltungen zum interkulturellen Verständnis
fanden schon 1997 in Wenden statt.
Wirtschaftsminister Shams, der von Gerd Müller das Gemeindewappen
überreicht bekam und sich in das Goldene Buch eintrug, kam nicht zum
ersten Mal in die Region. Bereits bei einer solchen von Roohani
erwähnten interkulturellen Veranstaltung war Shams, der an der Ruhr
Universität Bochum studiert und gelehrt hat, als Redner aufgetreten.
So meinte er: „Es ist mir eine Freude und Ehre hier in Wenden zu sein -
Diesmal als Verantwortlicher meines Landes". Dann sprach er über die
aktuellen Verhältnisse in Afghanistan, wobei ihm wichtig war, zu
verdeutlichen, dass die Verhältnisse im Land nicht so schlecht seien,
wie in den Medien behauptet werde. Heute habe Afghanistan ein
Grundgesetz, das in der Region außer gegenüber dem Indiens
seinesgleichen suche.
Minister aus Afghanistan bekam Wappen der Gemeinde:
Bürgermeister Müller begrüßte hohen Gast in der Amtskette
Wenden, (nik) Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Wenden,
Gerd Müller aus Hillmicke, hatte den hohen Gast aus Afghanistan im
Rathaus mit der Bürgermeisterkette begrüßt. Zur Erinnerung überreichte
er dem Wirtschaftsminister Dr. Jallil Shams auch das Wappen der
Gemeinde. Dann informierte der Gast über sein Land, über geplante 6 000
Kilometer asphaltierte Straße, von denen heute bereits 3 000
existieren: „Und anders als früher kann man nun von jedem Dorf
Afghanistans aus telefonieren - in alle Teile der Welt". Zudem, so
Shams, seien mittlerweile 40 Prozent der 6,5 Millionen Schüler
weiblich, und in ein bis zwei Jahren sollen 30 Prozent der Bevölkerung
an Strom angeschlossen sein, heute sind es 15 Prozent.
Aber Shams sprach auch die Probleme seines Landes an. So fehlen die
Fachkräfte für die Wirtschaft. Außerdem ist die Sicherheitslage „nicht
so wie man es sich wünschen würde". Wir haben den Aufbau der
afghanischen Streitkräfte und Polizeikräfte sehr langsam
vorangetrieben, in den ersten Jahren fast gar nicht", gab er zu.
Als Faktoren, die heute nun die innere Sicherheit beeinträchtigen,
nannte Shams Drogenanbau und -handel, Terrorismus und Unzufriedene, die
die ausländischen Soldaten im Land als Bedrohung verstehen. Diese
Punkte müsse man in den Griff bekommen und Shams ist sich sicher: „Wenn
man am Ausbau der eigenen Sicherheitskräfte und dem Image der
ausländischen Kräfte arbeitet, dann wird die Sicherheitssituation nicht
anders sein als woanders auf der Welt."
Der Wirtschaftsminister betonte, dass zur Verbesserung der Situation
die Kooperation zwischen der internationalen Gemeinschaft und
Afghanistan notwendig sei. Angesichts der politischen Lage in der
Region erklärte er zudem: „Wir sind dazu verdammt, erfolgreich zu sein."

Dr. Jalil Shams trägt sich ins Goldene Buch ein. Neben ihm Gerd Müller;
weiter (v.l.): Jochen Sauermann (SPD) Robert Domseifer (SPD), Elmar
Holterhof (Grüne), Kunibert Kinkel (CDU) und Dr. Masaod Rooh
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