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Jochen Sauermann nicht nach Berlin oder Brüssel |
Verzicht auf Kandidatur / „Den Weg der letzten Jahre mit Freude weiterführen"
Von Roland Vossel
WENDEN.
Jochen Sauermann geht nicht nach Berlin oder Brüssel. Der Vorsitzende
der SPD Wenden verzichtet auf eine Kandidatur als Europa- bzw.
Bundestagsabgeordneter. Dies teilte er gestern bei der
Jahrespressekonferenz mit.
Im Frühjahr hatte der SPD-Kreisvorsitzende Bernd Banschkus mitgeteilt,
dass die Kreis-SPD den Anspruch auf einen eigenen Europa, bzw.
Bundestagsabgeordneten formulieren werde. „In diesem Zusammenhang
forderte er mich auf, mir Gedanken über eine Kandidatur zu machen", so
Sauermann. In einem freundschaftlichen Gespräch habe er dem
Kreisvorsitzen den jetzt mitgeteilt, dass er nicht zur Verfügung stehe.
„Beide Positionen hätten unmittelbar Einfluss auf den Lebensmittelpunkt
der Familie. Da wir uns hier sehr wohl fühlen, scheidet eine Kandidatur
aus familiären Gründen aus", betonte Sauermann. Zudem sei er in
verschiedenen Organisationen und Vereinen ehrenamtlich tätig, die
nichts miteinander zu tun haben, sehr wohl jedoch Einfluss auf seine
Entscheidungen gehabt hätten: „Ich habe das Glück, mit vielen Menschen,
die ich schätze, zusammen zu arbeiten, denen ich mich verpflichtet
fühle. Bei der Fischereigenossenschaft, VdK und AWO stehen 2008
Neuwahlen an, und ich werde mich wieder entsprechend den Funktionen,
die ich habe, zur Verfügung stellen. Desweiteren beginnt jetzt die
Vorbereitung für das neue Kindergartenjahr, wo der Bus ehrenamtlich
organisiert wird. Zudem bin ich als Vorsitzender des
WBV-Rothemühle/Heid und des Elternvereins der Biggetal-Grundschule
Rothemühle bis Ende 2009 gewählt. Ich will auch diese beiden Funktionen
nach besten Kräften bis dahin weiterführen."
Außerdem fühle er sich seinem Ortsverein und den Mitgliedern sehr
verbunden, unterstrich Jochen Sauermann: „Das, was wir hier zusammen
aufgebaut haben, könnte ich nicht mehr in der Art und Weise
unterstützen, wie ich es jetzt tue. Auch hier stehen 2008 Neuwahlen an.
Ich möchte den Weg der letzten Jahre mit neuer Freude weiterführen.
Gerade diesen Punkt, sowie die sich daraus ergebene politische Arbeit,
habe ich sehr eng mit meinem Freund Willi Brase abgestimmt." Die
Zusammenarbeit mit Brase will Sauermann auch weiterhin für Wenden
nutzen. Brase kandidiert 2009 wieder für den Bundestag und wird über
einen sicheren Listenplatz in der Hauptstadt bleiben.
Jochen Sauermann, Robert Dornseifer, Lutz Schabelon und Reinhard Jung
wiesen gestern Abend auf das 50-jährige Jubiläum der SPD Wenden, das am
12. März 2008 in der Dorfgemeinschaftshalle Möllmicke gefeiert werden
soll, hin. Im Mittelpunkt stehen die Mitglieder: von 219 im Jahr 2005
ist die Zahl auf aktuell 364 angewachsen.
Als Riesenärgernis bezeichnete Sauermann die Rechungen von
Telefonanbietern, die viele verdutzte Wendener vor Weihnachten
erhielten. Betroffen seien vor allem ältere Menschen. Nach einem
Telefonat hätten die Firmen einfach den Vertrag umgestellt. Es sei
wichtig, gegen diese Bescheide Widerspruch per Einschreiben mit
Rückschein einzulegen. Jeder, der Hilfe braucht, kann sich an die SPD
Wenden wenden.
Schwerpunkt der Arbeit der Wendener SPD soll die Familienförderung in
der Gemeinde Wenden sein. Sauermann denkt hier vor allem an
Kindergärten und Schulen: „Da gehen die Kinder jeden Tag hin. Unsere
Familien brauchen Unterstützung." Bei der Haushaltsdebatte will die SPD
die komplette Übernahme der Fahrkosten für die Kinder im integrativen
Unterricht und für Kindergartenfahrten generell fordern.
Thema Ganztagsgrundschulen. Im Frühjahr soll hier erneut über die
Kosten gesprochen werden. Die SPD will dann noch einmal fordern, dass
Betreuung und Essen wie in Rothemühle nicht mehr als 70 Euro pro Monat
betragen dürfen. „Sicherlich ist auch das Konzept und die Schulleitung
entscheidend, aber der große Unterschied stimmt doch nachdenklich", so
Dornseifer. Während es in Rothemühle 38 Kinder sind, nehmen in Gerungen
21 und in Wenden 28 Kinder das Ganztagesangebot wahr.
Am 12. Januar wird der Sport- und Kulturausschuss über die Finanzierung
der Sanierung der Kunstrasenplätze beraten. Lutz Schabelon betonte:
dass die Zahl der Sport treibenden Jugendlichen durch die
Kunstrasenplätze um ein Drittel zugenommen habe. Gerüchte über horrende
Kosten für die Entsorgung des alten Kunstrasens wies Schabelon zurück:
In Ottfingen seien dies 18 000 Euro.

Wendens SPD-Chef Jochen Sauermann und Fraktionsvorsitzender Robert Dornseifer. Fotos (2): rovo
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