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SPD will näher bei den Menschen sein |
| Kreisparteitag in Wenden / Selbstbewusster Blick nach vorn |
WENDEN/KREIS
OLPE, (ebe) Weg von den Bossen und Lobbyisten, mehr Hinwendung zu den
Sorgen den Menschen. Diesen Wunsch gaben die heimischen
Sozialdemokraten den Gastrednern aus Bund und Land beim Kreisparteitag
am Samstag in Schönau mit auf den Weg.
„Wir müssen wieder näher bei den Leuten sein", appellierte Jochen
Sauermann, Vorsitzender der SPD Wenden, an die 76 Delegierten aus dem
ganzen Kreis Olpe und die Gäste. Für die Wendener Genossen ist dies das
Erfolgsrezept, immerhin kletterte die Zahl der Mitglieder seit 2005 von
200 auf aktuell 360 im Wendener Land. Wenn jeder in den eigenen Spiegel
schaue statt immer auf die anderen und selbst mit anpacke, dann sei die
Sozialdemokratie auf einem gutem Weg. „Wir können zuversichtlich in die
Zukunft blicken", so Sauermann, aber man dürfe trotz des Aufschwungs
die Leute nicht vergessen.
„Wir brauchen keine Lobby für die Wirtschaftsbosse, sondern Lobbyisten
für den kleinen Mann", so Sauermanns Apell an die Landespolitikerin
Hannelore Kraft, SPD-Fraktionschefin im Landtag, an den heimischen
Abgeordneten Reinhard Jung, den Europaabgeordneten Helmut Kühne und
Willi Brase, seit dem Rückzug vom Franz Müntefering die „letzte
Bastion" der südwestfälischen Abgeordneten in Berlin, so Sauermann.
Dem Gast aus der Bundeshauptstadt gelang es mit klaren Worten wieder,
echte Aufbruchstimmung in Scherers Saal zu erzeugen. Bei der Rente mit
67 müsse es Ausnahmen geben, so seine Überzeugung. Leider würden viele
sozialpolitisch sinnvolle Ansätze vom schwarzen Koalitionspartner
blockiert und ausgebremst. Den Antrag des SPD-Ortsvereins Attendorn,
die Diäten der Angeordneten künftig an die Rentenentwicklung zu
koppeln, nimmt Brase mit nach Berlin. Er persönlich sprach sich für das
NRW-Modell aus, bei dem die Diäten zwar erhöht wurden, die Abgeordneten
sich dafür aber selber sozialversichern müssen.
Keine Frage, die heimischen Sozialdemokraten schauen mit reichlich
Selbstbewusstsein in die politische Zukunft. So formulierte
Kreisverbandsvorsitzender Bernd Banschkus den Anspruch der Genossen auf
einen eigenen Bundestagskandidaten im Wahlkreis für die nächste Wahl in
zwei Jahren.
Im Mittelpunkt des Parteitags stand die Rede der Düsseldorfer
Fraktionschefin Hannelore Kraft. Etwa eine Stunde lang informierte sie
ihre Parteifreunde über die Schwerpunkte roter Landespolitik in den
nächsten Jahren. Neben Arbeit und Ausbildung, dem Thema Wirtschaft,
Innovation, Umwelt liegt ihr besonders der soziale Zusammenhalt und das
Bildungssystem am Herzen. Die SPD setzt nach den vier Grundschuljahren
auf die Gemeinschaftsschule im 5. und 6. Schuljahr. Erst danach sollen
die Schüler wie heute in die drei weiterführenden Schultypen wechseln.
Anfang April, so Kraft, werde die NRW-SPD bei einem Landespartei ein Rahmenkonzept zur Kommunalpolitik beschließen.
Auf die kommunalpolitischen Brennpunkte im Kreis Olpe ging
Kreisvorsitzender Bernd Banschkus ein. Die 300000-Euro-Finanzspritze
des Kreises an die Biggesee GmbH sei möglicherweise ein Fall für den
Staatsanwalt. Die Genossen wollen dies in den nächsten Tagen prüfen
lassen und werden mit einem ganzen Fragenkatalog in die nächste
Kreistagssitzung ziehen.
Komplett ist seit Samstag wieder der Kreisvorstand der SPD: Die
Delegierten wählten Hildegund Hennrichs (Wenden) zur
Bildungsbeauftragten und Anna Schmitz (Finnentrop) zur Schriftführerin.

Nach ihrer Rede beim Kreisparteitag besuchte Hannelore Kraft das Büro
der SPD Wenden. Von links: Bernd Banschkus, Hannelore Kraft und Jochen
Sauermann. WP-Foto
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