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SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone stellte Mitarbeiterteam vor
„Die Tage sind sehr lang, aufreibend und anstrengend, aber es macht ungeheuer viel Spaß." Nach zweieinhalb Monaten ist Petra Crone bereits mittendrin in Berlin. Als erste Frau zog die SPD-Politikerin aus Kierspe Ende September für den Kreis Olpe in den Bundestag ein. In einer Pressekonferenz im Wendener SPD-Bürgerbüro stellte sie gestern ihr Team im Bundestagsbüro vor, das für drei Tage im Wahlkreis vor Ort war: Büroleiterin Antje Kniffka und Susan Grzybek.
Petra Crone ist voll des Lobes für die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen, die bereits zuvor sieben Jahre im Bundestag tätig waren: „Ich habe festgestellt, dass alles sehr gut passt. Wir ticken sehr gleich. Ich bin sicher, dass die Arbeit sehr gut klappt." Gerade beim Start im Bundestag hätten ihr die Sozial- und Politikwissenschaftlerinnen sehr geholfen.
Noch sitzen die drei Damen in einem 18-Quadratmeter-Büro im Paul-Löbe-Haus, doch soll sich dies bald ändern: „Ein Provisorium. Ich hoffe, dass wir in Kürze drei oder zumindest zwei Büros haben." Mit zwei Wahlkreisbüros für den Kreis Olpe (Mitarbeiterin Jutta Hecken-Defeld, Hauptstr. 66 in Wenden) und Märkischer Kreis (Mitarbeiterin Doris Petermeier in Lüdenscheid) ist Petra Crone vor Ort vertreten. Gerade den Kontakt zur Basis hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. „In dem Flächenwahlkreis muss man mobil sein. Ich will nicht still im Büro sitzen, sondern will zu den Menschen gehen. Es gab bereits sehr viele Anfragen von Bürgern", sagt die SPD-Abgeordnete, die nach zwei Wochen in Berlin in dieser Woche
Wir müssen Geld in die Bildung stecken, nicht ins Hotelgewerbe
Petra Crone
im Wahlkreis unterwegs ist. Für den Wendener SPD-Vorsitzenden Jochen Sauermann ist die bodenständige Genossin, die auch Mitglied in der Arbeitsgruppe „Kommunales" ist, ein Garant für den direkten Draht von der Basis nach Berlin: „Petra Crone weiß, wo die Leute der Schuh drückt. Zu ihr kann jeder kommen. Den Satz 'Wir sind nicht zuständig' gibt es nicht." Am kommenden Samstag ab 13 Uhr steht die Bundestagsabgeordnete beim Beschwerdetag im Wendener SPD-Büro für Fragen und Anregungen zur Verfügung.
In der kommenden Woche geht es für Petra Crone wieder nach Berlin - mit dem Zug von Hagen aus. Mittlerweile hat sie in der Hauptstadt auch eine Wohnung in Wilmersdorf gefunden. „Die hat mein Mann eingerichtet, während ich arbeiten war", schmunzelt die Kiersperin. Ihr Arbeitstag in Berlin beträgt 12 bis 14 Stunden, hinzu kommen Termine am Wochenende.
Keine Frage: Petra Crone hat bereits in kurzer Zeit in der SPD-Bundestagsfraktion Fuß gefasst. Bemerkenswert ist, dass sie Mitglied in gleich zwei Ausschüssen ist: Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „In zwei Ausschüssen sind nicht viele Fraktionsmitglieder. Das bedeutet sehr viel Organisation und inhaltliche Arbeit", so die Kiersperin. Den angebotenen Ausschuss für Europäische Angelegenheiten hatte sie abgelehnt: „Der entsprach nicht meinen Neigungen. Ich bin froh, dass die Fraktionsspitze auf meine Wünsche eingegangen ist." In den beiden Ausschüssen ist sie Berichterstatterin für Grundlagen der Ernährung sowie Wald und Forst, Jagd und Waffengesetz bzw. demographischer Wandel und Senioren. Darüber hinaus wurde Petra Crone zur Schriftführerin im Bundestag gewählt.
„Die Politik der Bundesregierung lässt Städte und Gemeinden ausbluten. Das ist eine große Gefahr, die dramatische Folgen haben kann", betont die SPD-Politikerin, die noch Ratsmitglied in Kierspe ist. Harsche Kritik übt sie am Wachstumsbeschleunigungs-Gesetz: „Das ist ein Schuldenbeschleunigungsgesetz. Das ist unsozial. Wir müssen das Geld in die Bildung stecken, nicht ins Hotelgewerbe." Von der Regierungserklärung der Kanzlerin sei sie „erschüttert" gewesen: „Das war schwammig, wenn Frau Merkel nur sagt: Wir müssen an Wachstum glauben."
Schimanskis Gegend
Die Umstellung von der Regierung in die Opposition sei groß gewesen, berichtet Büroleiterin Antje Kniffka, die bereits in der großen Koalition in Berlin tätig war: „Das ist jetzt sehr viel mehr Arbeit, da man nicht mehr an die Ministerien angebunden ist. Da fehlt etwas der Input, und man muss sich die Infos auf anderen Wegen beschaffen."
Der Kreis Olpe hat den beiden Berliner Mitarbeiterinnen von Petra Crone übrigens gut gefallen. „Man hatte die Vorstellung, das ist die Gegend von Schimanski", erzählt die Leipzigerin Susan Grzybeck, die auf alle Fälle im nächsten Sommer wieder kommen will: „Wenn hier alles grün ist, ist es bestimmt noch schöner."

Gestern bei der Pressekonferenz im Wendener SPD-Büro: Petra Crone mit Antje Kniffka (rechts) und
Susan Grzybek. Dahinter stehend Jochen Sauermann und Jutta Hecken-Defeld, Mitarbeiterin im
Wahlkreisbüro Olpe und stellvertretende SPD-Vorsitzende in Wenden. Foto: Roland Vossel
Westfalenpost, 10.12.09
Berliner auf Sauerland-Tour
Petra Crone macht ihre Berliner Mitarbeiterinnen bekannt
Wenden/Berlin. Besuch aus Berlin traf gestern im Wendener SPD-Büro ein: Petra Crone, aus Kierspe stammende Bundestagsabgeordnete, kam mit ihren beiden Mitarbeiterinnen aus ihrem Hauptstadt-Büro, Susan Grzybek und Antje Kniffka, zu Jochen Sauermann und Jutta Hecken-Defeld. Ein ähnlicher Besuch in ihrem Lüdenscheider Wahlkreisbüro bei Mitarbeiterin Doris Petermeier hatte zuvor stattgefunden. Denn Petra Crone, die das Wendener SPD-Büro ebenfalls als Wahlkreisbüro nutzt, möchte, dass die Mitglieder ihres Teams sich kennenlernen. „Wir haben rasch festgestellt, dass das sehr gut passt. Ich bin sicher, dass wir alle gut zusammenarbeiten werden", so die Kiersperin, die den Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I. Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen aus Berlin, Büroleiterin Antje Kniffka und Susan Grzybek, sind Sozialwissenschaftlerinnen, die beide bereits seit sieben Jahren in Bundestagsbüros gearbeitet haben. Und während für Petra Crone fast alles neu ist, kennen beiden die tägliche Arbeit in- und auswendig - auch wenn durch die neue Oppositionsrolle der SPD auch für sie Neuerungen auftreten. „Wir müssen jetzt lernen, wie wir Kleine und Große Anfragen stellen. Auch ist der Informationsfluss aus den Ministerien abgeschnitten; wir müssen nun viel mehr recherchieren als früher", beschreibt Susan Grzybek die ersten Erfahrungen.
Petra Crone ist in gleich zwei Ausschüssen tätig: dem Ausschuss Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Ausschuss Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zudem wurde sie zu einer der Schriftführerinnen gewählt, die stets zu zweit neben dem jeweils amtierenden Landtagspräsidenten Platz nehmen. Ihr normaler Arbeitstag in Berlin hat zwölf Stunden: „Wir werden gut bezahlt, aber es gibt sehr viel zu tun", so Petra Crone, die in Wilmersdorf eine Wohnung bezogen hat, die sie während der 23 Sitzungswochen von montags bis freitags bewohnt.
Zusätzlich zu den beiden Ausschüssen ist sie auch Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Kommunales" geworden: „Ich will den Kontakt zur Basis behalten", so Petra Crone, die aus diesem Grund auch ihr Ratsmandat in Kierspe behalten will. „Das Ausbluten der Kommunen ist eines der größten Probleme, da muss gegengesteuert werden."
Die erste Zeit im Bundestag sei sehr bedrückend gewesen; „der Parteitag in Dresden hat uns richtig Kraft gegeben". Hinzu komme der „Hoppelstart", den die neue Regierung hingelegt habe. Petra Crone bestätigt die Meinung des Wendener SPD-Chefs Jochen Sauermann, der konstatiert: „Die CDU hat derzeit ein Glaubwürdigkeitsproblem. Die Ernennung der neuen Familienministerin zeigt: Es geht nicht um Qualität, sondern um Herkunft."
Petra Crone befürchtet, dass bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen noch kleine Brötchen gebacken werden und es den Bürgern danach an den Geldbeutel geht. „Die Koalition hat den Deckel beim Schuldenbeschleunigungsgesetz kurz gelüftet und mal kurz gezeigt, was kommen wird. Dabei müssen wir Geld in Bildung investieren und nicht ins Hotelgewerbe." Über die Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel sei sie regelrecht erschüttert gewesen.
Schon jetzt gehen zahlreiche Bürgeranfragen bei Petra Crone an den drei Standorten Berlin, Lüdenscheid und Wenden ein. Sauermann betont: „Die Aussage ,Wir sind nicht zuständig' gibt es bei uns nicht." (Jörg Winkel)
Siegener Zeitung, 10.12.09
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