Blanker Hohn
Antwort auf den Leserbrief von Frau Ursula Knoke zur Baumpflanzaktion von Petra Crone (Bericht vom 8. November).

Sehr geehrte Frau Knoke,

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass die SPD die Hartz IV Sätze niedriger eingeführt hat, als sie es heute sind. Das ist mathematisch begründbar, doch gab es eine Erhöhungen der Hartz IV Regelsätze 2008. Somit ist Ihre Aussage, dass diese nicht erhöht wurden, schlicht weg falsch!

Des Weiteren erwecken Sie den Eindruck, Schwarz/Gelb sei nach der Regierungsübernahme stürmend auf die Erhöhung der Regelsätze zugegangen. So liest es sich, wenn sie schreiben: „Erst nach dem Ausscheiden der SPD aus der Bundesregierung wurden in der schwarz/gelben Regierung an eine Erhöhung der Hartz IV Sätze gedacht…“

Sehr geehrte Frau Knoke,

es war nicht der Martinsmantel, der sie bewegte, sondern das Urteil vom Bundesverfassungsgericht vom 10.02.2010, dass die Union und Ihre Minderheit dazu nötigten schnell eine Anhebung der Sätze durchzuführen. Dies als Politikziel zu formulieren, entspricht doch gar nicht Ihrem Klienteldenken!

Als weiteres beschwören Sie als Leistung Ihrer Politik die Verdreifachung des Schonvermögens! Das hört sich sehr gut an, betrifft jedoch nur das Schonvermögen für die private Altersvorsorge! Dies bedeutet, die Versicherungswirtschaft profitiert und mit ihr eine nicht repräsentative  Kleinstmenge von Hartz IV Betroffenen. An dieser Stelle möchte ich Ihnen sagen, dass ich beruflich sehr häufig mit Leistungsbeziehern zu tun habe. Und dort herrscht nicht die quälende Sorge, dass ein 30 Jähriger 22.500 € in seiner Lebensversicherung absichern muss. Es ist eher gegenteilig! Gehen Sie mal auf die Straße und reden Sie mit den Betroffenen!

Sie schreiben, der Verdienst von Jugendlichen durch Ferienarbeit wird den Eltern nicht mehr angerechnet! Ich habe den Eindruck Frau Knoke, Sie informieren sich über alles ein bisschen, aber nicht richtig! Denn richtig ist, es dürfen maximal 1200,- € und höchstens vier Wochen pro Kalenderjahr gearbeitet werden. Alles Weitere wird angerechnet. Fragen Sie doch einfach einmal bei einem befreundeten Unternehmer an.

Sie schreiben weiter über die Versorgung in den Schulkantinen! Da muss ich leider etwas polemisch werden. Wenn ein Schüler eine Bockwurst aus einer Mensa mitnimmt, weil alle Stühle besetzt sind, dann zahlt er 19 % MwSt. Wenn ich mir ein Hotelzimmer an der Kölner Domplatte nehme, zahle ich nur 7 %. Ich möchte im einzelnem nicht darauf eingehen, weil ich denke, dass dieser Umstand selbstredend ist für eine Partei, die derzeit 70.000 Mitglieder/Klienten repräsentiert (Tendenz sinkend).

Zum Schluss möchte ich Ihnen sagen, dass wir uns alle mit Hartz IV beschäftigen. Unsere Bundestagsabgeordnete Petra Crone, Sie, ich und alle Menschen, die in Lohn und Brot stehen. Aber auch die, die es erhalten. Sie sagen, Petra Crone solle besser in Berlin Politik machen als Bäume zu pflanzen. Nachdem ich die Aussagen in Ihrem Leserbrief gelesen habe, glaube ich, dass Petra Crone einfach einmal aus der klientel-vermufften Umgebung der schwarz/gelben Regierung raus musste, um frische Luft zu schnappen. Nebenbei hat sie die Gelegenheit genutzt ein gutes Werk zu tun.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen dafür danken, dass sie entgegen Willy Müller aus Gerlingen den Namen unserer Bundestagsabgeordneten richtig geschrieben haben!

Axel Zappe
Hünsborner Str. 15
57482 Wenden

 

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