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SPD kritisiert pauschale Ablehnung von kulturellen Förderanträgen /„Babyempfang" geplant
WENDEN. „Ich empfinde das als Nackenschlag für die Ehrenamtlichen, die in der Gemeinde etwas bewegen wollen. Sie sind auch die Garantie für die kulturelle Vielfalt", betonte Jochen Sauermann.
Bei der schon traditionellen Jahres-Pressekonferenz der Wendener SPD kritisierte der Vorsitzende gestern Abend die Haltung der Union beim Kulturprogramm. „Es gab 12 Anträge, nur einer auf Förderung des Gemeindechorfestes ist mit der CDU-Mehrheit durchgekommen. Bislang wurden Jubiläen und Veranstaltungen mit 750 Euro gefördert. Die Leute machen sich Gedanken, das Vereinsleben wird gefördert. Manche Veranstaltungen werden durch die Zuschüsse erst möglich gemacht", betonte Sauermann. Im vergangenen Jahr seien noch alle Anträge gefördert worden, jetzt nur noch der eine fürs Chorfest. „Und das, obwohl die Richtlinien nicht geändert wurden", ergänzte Fraktionsvorsitzender Stefan Niederschlag. Besonders tragisch sei, dass auch ein Zuschuss für das Benefizkonzert des Vereins für Menschen mit Behinderungen in der Schützenhalle Römershagen durchs Rost fiel.
Die Sicherheit der Kleinsten ist wichtiger als Haushaltssanierung. Stefan Niederschlag
„Alles wurde pauschal abgelehnt", so Sauermann, der nicht verstehen kann, dass damit sogar, dem Kunstclub Oberes Biggetal für die Heider Kunsttour, die den Kulturpreis der Gemeinde erhielt, eine Absage erteilt wurde. Abgelehnt worden seien zudem die Anträge aus Brün (475 Jahre), Männerchor „Frohsinn" Ottfingen (20 Jahre), Gemischter Chor Möllmicke (Galakonzert zum 35-Jährigen), Musikverein Gerlingen (110 Jahre), MGV Schönau-Altenwenden (80-jähriges Jubiläum), Theaterverein Hünsborn (20 Jahre), Männerchor Gerlingen Jubiläumskonzert 130-jähriges Bestehen), Männerchor Wenden (Konzert in der Kirche zum 40-Jährigen) und der Werbegemeinschaft Wenden für eine Open-Air-Veranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum. „Wir waren dafür zu zustimmen, haben aber gesagt, dass es sinnvoll sei, die Richtlinien neu zu bearbeiten. Aber derzeit gibt es die Richtlinien nun einmal. Die Vereine haben sich darauf verlassen", unterstrich Stefan Niederschlag. Dies habe auch etwas mit Gleichberechtigung zu tun, ergänzte Sauermann. Und schließlich so Niederschlag, seien im Vorfeld bereits die Mittel für Sportvereine und kulturelle Vereine gekürzt worden. Auf alle Fälle wolle die SPD beim Haushalt über alle Punkte einzeln abstimmen lassen. Auch in Sachen Schülerfahrkarten will die SPD Wenden nicht locker lassen. Den im Rat gestellten Antrag, die Entfernungsgrenze für Schülertickets in den vier Wintermonaten auf 675 Meter (dann würde dies auch für die Kinder in Heid gelten) herabzusetzen und die Eltern mit der Hälfte der Kosten zu beteiligen, werde die SPD für den Winter 2011/2012 erneut stellen, betonte der Fraktionschef: „Das wären etwa 15 000 Euro. Das sollten uns unsere Kinder wert sein." Die Wendener SPD habe in den letzten Monaten fast allen finanziellen Kürzungen zugestimmt. „Aber es gibt auch bestimmte Bereiche, da muss man sich auch mal gegen die Haushaltssanierung entscheiden. Die Sicherheit der Kleinsten der Kleinen ist wichtiger." Hoffnung macht der SPD die Einrichtung des „Arbeitskreises Gemeinschaftsschule" (wir berichteten). Vor Jahren habe sich die CDU auch mit der von der SPD beantragten Ganztagsschule schwer getan, so Niederschlag: „Heute drängen alle danach. Wir müssen das Gesetz des Handelns bei uns behalten. Das vermisse ich ein bisschen." Hildegund Hennrichs blickte voraus auf die Aktivitäten der vor einem Jahr gegründeten Frauengruppe in der SPD Wenden. Im April wolle man einen „Babyempfang" veranstalten. Hierzu sollen Hebammen, Therapeuten und Ärzte eingeladen werden. „Der Babyempfang soll eine Dauereinrichtung werden, immer für die im Vorjahr geborenen Babys. Manche junge Mutter ist dankbar für Informationen", sagte Jochen Sauermann. Zudem soll eine kostenlose Broschüre als Ratgeber und Hilfe für den Alltag erstellt werden. „Darin gibt es einen Impfkalender, ein Behördenverzeichnis und Internetadressen für Eltern mit behinderten Kindern", so Hildegunde Henrichs. Die Frauengruppe wolle sich zudem für gleichen Lohn für alle einsetzen. „Da wollen wir den Finger in die Wunde legen, hier vor Ort in Wenden", betonte Jochen Sauermann.

Blickten gestern Abend zurück und nach vorn: (von links) Stefan Niederschlag, Hildegund Hennrichs und Jochen Sauermann. Foto: Roland Vossel
Westfalenpost, 28.12.2010
Gemeinde darf nicht nur reagieren
SCHÖNAU SPD will sich im nächsten Jahr verstärkt um Themen Kinder und Bildung kümmern Im traditionellen Pressegespräch „zwischen den Jahren" nahm die Wendener SPD Stellung zu künftigen Arbeitsfeldern.
Traditionsgemäß laden die Verantwortlichen der Wendener SPD in der Zeit „zwischen den Jahren" zu einem Pressegespräch, um abseits tagesaktueller Fragen Rück- und Ausblick zu halten. Am Montagabend nahmen Hildegund Hennrichs, Stephan Niederschlag und Jochen Sauermann im Gasthof Scherer in Schönau Stellung. Der Haushalt für 2011 sei derzeit das Hauptthema für die Wendener SPD, berichtete Stephan Niederschlag, der die SPD-Fraktion im Gemeinderat führt. Als „Nackenschlag für Leute, die etwas bewegen" empfindet Sauermann die Entscheidung der CDU, im Rahmen des Kulturprogramms von zwölf Anträgen nur einen mit 750 Euro zu bezuschussen. „Das hat auch etwas mit der Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit zu tun", so Stephan Niederschlag. Die SPD sei in der vergangenen Ratssitzung „total überrollt" worden, dass lediglich das Gemeindechorfest bezuschusst werden solle, nicht aber die 475-Jahr-Feier von Brün, Feiern zu runden Jahrestagen des Männerchors Ottfingen, des Kunstclubs Oberes Biggetal, des Gemischten Chors Möllmicke, des Musikvereins Gerlingen, des Männergesangvereins Schönau/Altenwenden, des Theatervereins Hünsborn, des Männerchors Gerlingen und des Männerchors Wenden. „Besonders tragisch" findet Niederschlag, dass auch ein Benefizkonert des Vereins für Menschen mit Behinderungen aus der Bezuschussung herausfallen solle. „Das alles ist doch die Garantie für die kulturelle Vielfalt in der Gemeinde. Wir werden j¬den Antrag einzeln zur Abstimmung bringen und die Zustimmung zum Haushalt entscheidend davon abhängig machen", so Stephan Niederschlag. Sicherlich könne einer grundsätzlichen Überarbeitung der Förderrichtlinien zugestimmt werden, so Niederschlag, aber die derzeit vorliegenden Anträge seien von den Vereinen im guten Glauben gestellt worden, die bisherige Praxis werde fortgeführt. Sauermann: „Das hat auch etwas mit Gleichbehandlung zu tun." Ein weiteres, obwohl schon viel diskutiertes Thema soll im neuen Jahr die Fahrtkostenbezuschussung für Grundschüler sein. Die SPD ist mit der bestehenden Beschlusslage absolut unzufrieden. Die Sozialdemokraten wollen weiterhin für ihr Modell werben, statt einer 2-Kilometer-eine 675-Meter-Regelung einzuführen, und zwar für die vier Wintermonate. „Die 2-Kilometer-Regelung ist eine Kann-Bestimmung", betonte Stephan Niederschlag, eine Gemeinde könne jederzeit auch Kindern die Schulfahrt bezuschussen, die näher an der Schule wohnen. Bei objektivem Vorliegen von Gefahren müsse dies sogar sein. Generell wird das Thema „Schulen" die Arbeit der Sozialdemokraten besonders prägen. In Sachen Gemeinschafts- oder Gesamtschule „wollen wir den Kontakt mit den Nachbargemeinden suchen". Dabei, so Sauermann, müsse das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Wichtig sei aber auch, dass die Gemeinde agiere und nicht nur reagiere. „Wir können nicht verharren und warten, bis andere etwas tun. Das sehen wir daran, wie viele Anfragen wir schon von Eltern aus dem gesamten Gemeindegebiet haben, die sich erkundigen, wie sie ihre Kinder demnächst in Freudenberg an der Gemeinschaftsschule anmelden können", berichtete Jochen Sauermann. Hildegund Hennrichs berichtete von einer neuen Initiative von Wendener SPD-Frauen. „Wir wollen uns verstärkt den Themen Familie, Sozialpolitik und Frauen zuwenden." Erster Plan sei die Erstellung einer Informationsbroschüre mit allen Anlaufstellen, die junge Eltern interessieren, von der Giftnotrufzentrale bis zum Kinderarzt, von der Familienberatung bis zur Apotheke. Im April soll ein erster „Baby-Empfang" ausgerichtet werden, zu dem alle jungen Eltern und ihre Kinder eingeladen werden, damit sie die neue Broschüre in Empfang nehmen können. „Zudem wollen wir auch Hilfestellung etwa beim Ausfüllen von Formularen geben", so Hildegund Hennrichs. Die Broschüre solle beispielsweise auch auf die wichtigen und kostenlosen Untersuchungstermine beim Kinderarzt (Ul bis U9) hinweisen. Und auch das Thema „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit soll für die Wendener SPD-Frauen im nächsten Jahr ein Thema sein.
Siegener Zeitung, 29.12.2010
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