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Westfalenpost vom 2. September 2010
von Roland Vossel
Bundestagsabgeordnete Petra Crone wirft der Union Angstmacherei vor / Elternwille hat Priorität / „Gewerbesteuer muss erhalten bleiben"
Wenden. „Wir wollen Gemeinschaftsschulen einführen, aber nur dort, wo es von Eltern, Lehren und Politik gewollt ist. Das ist kein Zwang. Die Angstmacherei der CDU, wir wollten die Gymnasien tot machen, ist unredlich. Es ist auch gefährlich, so öffentlich zu polarisieren", sagte Petra Crone.
Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete hatte gestern Nachmittag die Presse ins Wendener Bürgerbüro eingeladen zu einem Resümee ihrer bisherigen Arbeit in Berlin und zu aktuellen Fragen.
 "Sarrazins Äußerungen sind ganz schlimm".
„In Wenden wäre so eine Möglichkeit gut, dass alle Kinder unter einem Dach beschult werden können. Wir haben damit in Kierspe wunderbare Erfahrungen gemacht, wenn man alle Abschlüsse vor Ort machen kann. Auch die Motivation der Schüler untereinander ist hervorragend", betonte die Abgeordnete. Es sei wichtig, dass alle Kinder einen besseren Schulabschluss machen: „Wir brauchen dringend Fachkräfte." Damit liegt Petra Crone auf einer Wellenlänge mit der Wendener SPD, die sich schon seit einiger Zeit für eine Gesamtschule am Wendener Schulzentrum stark macht. „Wir haben etwas auf den Weg gebracht", sagte Vorsitzender Jochen Sauermann. Die SPD habe Bürgermeister Brüser gebeten, Informationen zu sammeln. Erstrebenswert sei, dass man künftig in Wenden Abi machen könne. Die SPD denke auch an eine Kooperation mit einem der beiden Olper Gymnasien. „Aber alles immer nur mit dem Einverständnis der Eltern", betonte Sauermann. Wenn die Infos vorliegen, wolle die SPD „eine öffentliche, ergebnisoffene Veranstaltung machen".
Mit der Mitgliedschaft in den Ausschüssen für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die Kiersperin in Berlin gut zu tun: „Das ist schon ein bisschen anstrengend, aber beide Themenkomplexe liegen mir sehr am Herzen." Einen Lösungsansatz für den Mangel von qualifizierten Pflegekräften sieht Petra Crone in einem „Betreuungsberuf darunter für alle Altersgruppen."
Nach dem Wahl-Desaster im vergangenen Herbst habe sich die Bundes-SPD gefangen, man könne jetzt wieder Akzente setzen. „Ich hätte mir auch nicht vorstellen können, so schnell hier heimisch zu werden bei der SPD im Kreis Olpe", so die Kiersperin.
Kritik übte die Genossin am Sparpaket der Bundesregierung: „Das ist sozial absolut unausgewogen, wenn bei den Ärmsten gespart wird. Dass gleichzeitig bei der Wirtschaft gespart wird, sehe ich nicht. Die Klientelpolitik bleibt: Die Hotelsteuer wird nicht zurückgenommen."
„Wir wollen Gemeinschaftsschulen“.
Petra Crone
Petra Crone wirft der Regierung zudem vor, vor der Atomlobby einzuknicken: „Man ist nicht einmal in der Lage, von den Konzernen die Brennelementesteuer zu erheben, um Geld in erneuerbare Energien zu stecken. Wenn da nichts passiert, wird Deutschland irgendwann abgehängt. Die Bürger haben die Sorge, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern den Atommüll hinterlassen."
Die Gewerbesteuer müsse erhalten bleiben, fordert Petra Crone, die in Berlin auch in der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik tätig ist. Es gäbe viele Vorteile, unter anderem den Wettbewerb der Kommunen: „Wer würde sich bei der Abschaffung der Gewerbesteuer noch darum kümmern, dass sich Gewerbe ansiedelt?" Zu den umstrittenen Thesen von SPD-Mitglied Thilo Sarrazin meinte Petra Crone: „Diese Pauschalisierungen sind schrecklich. Das ist ganz, ganz schlimm, hanebüchen. Ich finde, es gibt viele türkische Mitbürger, die sich integriert haben." Gleichwohl müsse sich die Politik verstärkt um das Thema Integration kümmern, betonte Petra Crone.
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