Zeitarbeit und Minijobs

Wenden. Die Thematik bei Zeitarbeit bzw. 400-Euro-Jobs ist immer wieder Gegenstand der Diskussion in den Bürgersprechstunden im Bürgerbüro der SPD-Wenden.

Der Ortsvereinsvorsitzende Jochen Sauermann traf sich jetzt in zwei verschiedenen Gesprächsrunden zum einen mit den Inhabern Reinhard und Veronika Schönauer der Firma Schönauer Personalservice und zum anderen mit Beschäftigten dieser Zeitarbeitsfirma.

„In unseren Sprechstunden werden wir immer wieder auf den Missbrauch von Zeitarbeitern und Minijobbern hingewiesen. Da müssen z. B. Leute für 400 Euro im Monat 140 Stunden arbeiten. Das macht einen Stundenlohn von noch nicht einmal 3,50 Euro. Zeitarbeiter - egal ob Hilfskräfte oder Facharbeiter – bekommen 5 bis 7 Euro. Dies ist nicht hinnehmbar“, erklärt Jochen Sauermann.

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„Seit der Gründung unseres Unternehmens werden bei uns die tariflichen Mindestlöhne und bei Qualifizierung auch übertarifliche Löhne bezahlt. Dafür wurde vom ersten Tag an ein seriöser Tarifpartner gesucht und in dem iGZ (Partner der DGB-Tarifgemeinschaft) gefunden. Für uns steht fest, dass gute Arbeit mit einem entsprechenden leistungsgerechten Gehalt honoriert werden muss. Unsere eigene Lebens- und Berufserfahrung geben uns zusätzlich Recht. Nur zufriedene Mitarbeiter leisten professionelle und produktive Arbeit und tragen dabei maßgeblich zu der hohen Zufriedenheit der Kundenbetriebe sowie zur nachhaltigen Zusammenarbeit mit unseren Kunden bei. Unter diesen Bedingungen ist Zeitarbeit für alle Beteiligten ein Gewinn“, erläutert Veronika Schönauer.

„Bei uns bekommen ungelernte Hilfskräfte den tariflich festgelegten Mindestlohn für Einsteiger von 7,60 Euro. Dieser Tariflohn steigt ab Mai 2011 auf 7,99 Euro. Wenn sich die Beschäftigten bewähren, zahlen wir auch mehr. Bei Malern und Elektrikern zahlen wir selbstverständlich über die gesetzlichen Mindestlöhne hinaus. Hinzu kommt, dass wir Spät-, Nacht- und Feiertagszulagen bezahlen. Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld gehört für uns selbstverständlich auch dazu. Bei den wenigen 400-Euro-Jobs im Verwaltungsbereich halten wir uns immer an die gesetzlichen Bestimmungen. Das heißt, insbesondere Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlter Jahresurlaub“, sagte Petra Schönauer in dem Mitarbeitergespräch. „Im Leasingbereich sind für uns 400-Euro-Jobs generell tabu“, erklärte Reinhard Schönauer.

Abschließend waren sich die Gesprächspartner darüber einig, dass es um die Bekämpfung der zunehmend mehr werdenden ‚Schwarzen Schafe’ geht. „Die Zeitarbeit war dazu gedacht, Spitzen abzudecken. Was jetzt passiert, ist ein massiver Abbau von regulären Arbeitsplätzen. Mit dieser Form der Leiharbeit bin ich nicht einverstanden. Das Prinzip ‚gleiche Leistung – gleicher Lohn’ sollte überall gelten. Wenn es nicht gelingt, die ‚Schwarzen Schafe’ vom Markt zu drängen, haben Firmen wie Schönauer Personalservice auf Dauer einen riesigen Wettbewerbsnachteil, da die Entleihfirmen vom Niedriglohn profitieren und dem entsprechend weniger an die Zeitarbeitsfirmen zahlen“, Jochen Sauermann abschließend.

 

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