Jahresrückblick 2011 der SPD-Wenden

Westfalenpost; Westfälische Rundschau 29.12.2011

Von Roland Vossel

Elan und Erfahrung nutzen
Jochen Sauermann: Aktiv einmischen / Alle Veranstaltungen der SPD Wenden sind öffentlich

Wenden. „Wir als SPD Wen­den laden alle ein, aktiv mitzu­machen. Sämtliche Veranstal­tungen der SPD Wenden, auch Vorstands- und Fraktionssit­zungen, sind öffentlich. Alle Termine können auf unserer Homepage eingesehen wer­den“, betonte Jochen Sauer­mann. Zur allgemeinen Politikver­drossenheit und zum Verlust an Glaubwürdigkeit nahm der Vorsitzende der SPD Wenden bei der Jahrespressekonferenz im Sporthotel Wacker in Brün Stellung. Auch vor Ort habe man mit Parteiverdrossenheit zu tun, so Sauermann: „Die großen Parteien haben sich von eini­gen Grundwerten von der Spitze her verabschiedet. Hartz IV, Rente mit 67 oder Gesundheitsreform haben zu Glaubwürdigkeitsverlusten geführt.
Die CDU merkt es bei der Schul- und Atompolitik. Einige Leute tun sich schwer, den Wandel mitzuvollziehen. Sie wenden sich von den gro­ßen Parteien ab und werden zu Protestwählern.“ In den Sprechstunden im Wendener Bürgerbüro habe er immer wieder festgestellt, dass viele Menschen persönliche Enttäuschungen über die gro­ße Politik und im privaten Be­reich erlebt haben: „Das ging mir selbst auch so.“ Deshalb fordert der SPD-Vorsitzende, Jochen Sauermann, aktives Einmischen vor Ort: „Es wird nicht besser, wenn man sich zurückzieht. Unser Slogan ist: Den Elan der Jugend und die Erfahrung der Älteren nutzen. Das geht nur zusammen mit den Menschen.“
Stolz sei man in Reihen der SPD Wenden auf das nach wie vor stark frequentierte Bürger­büro in der Hauptstraße, so Jo­chen Sauermann: „Wir haben das Büro nach zehn Jahren im­mer noch, die CDU nicht. Bei uns im Büro erhält jeder kos­tenlos Hilfe.“ Der SPD-Chef wies auf eine wichtige Änderung hin: „Die elektronische Steuerkarte wird nicht für 2012 eingeführt. Deshalb muss jeder überprü­fen, ob die Freibeträge noch stimmen.“ Über die Gesetze, die sich 2012 ändern, gebe es einen Link auf der Homepage der SPD Wenden zur Verbrau­cherzentrale. Außerdem unterstrich Sauermann, dass in Sachen Pfändungskonto die entspre­chenden Schritte noch in die­sem Jahr in die Wege geleitet werden müssen: „Die SPD Wenden hilft dabei.“ Zwei interessante Veranstal­tungen hat die Wendener SPD bereits für das kommende Jahr terminiert. Am 9. November erhalten die Genossen Besuch aus Weimar. Man darf ge­spannt sein auf einen interes­santen Vortrag in Zusammen­hang mit der Gedenkstätte Bu­chenwald. Zudem gibt es am 30. No­vember eine Veranstaltung zur Häuslichen Pflege.

Jahresrckblick-WP-291211

Bei der Jahrespressekonferenz der SPD Wenden: (von links) Jochen Sauermann, Sibille Niklas, Ludger Reuber und Stephan Niederschlag.
Foto: Roland Vossel

 

Siegener Zeitung 29.12.2011

SPD will die Gesamtschule
Sozialdemokraten laden zur Mitarbeit ein: Bürger sollen sich mehr in die Politik einmischen

Die SPD Wenden will als einziger Ortsverein im Kreis die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen wieder ins Leben

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Die SPD Wenden nutzt die Zeit zwischen den Festtagen stets zu einem Jahrespressegespräch. Die Vorstände von Partei und Gemeinderatsfraktion blicken dabei alljährlich auf die zurückliegenden zwölf Monate zurück, weisen aber vor allem auf die Vorhaben im nächsten Jahr hin. Für Dienstagabend hatten die Sozial­demokraten zu diesem Anlass in das Sporthotel Wacker nach Brün eingeladen. Parteivorsitzender Jochen Sauermann sowie die drei stellv. Vorsitzenden, Sibille Niklas, Ludger Reuber und Stephan Nie­derschlag, der zugleich Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion ist, informierten über die Arbeit der SPD Wenden.
Dabei beklagte Sauermann zunächst die auch in der Gemeinde Wenden stei­gende Parteienverdrossenheit. Dies liege vor allem an der „großen Politik“ und dem Abschied von jahrzehntelang gültigen Grundsätzen. „Bei uns waren es beispiels­weise die Hartz-Reformen oder die Rente mit 67 und bei der CDU sind es momentan die Aussetzung der Wehrpflicht, die Schul­politik sowie der Atomausstieg“, so Sauer­mann. Diese Richtungsänderungen, an denen die Parteibasis zumeist keinen Ein­fluss gehabt habe, hätten dazu geführt, dass sich die Menschen abwendeten oder gar zu Protestwählern würden, beklagte der Rothemühler. Die SPD Wenden wolle einen anderen Weg gehen. „Wir laden alle ein, aktiv an der politischen Arbeit mitzuwirken und sich einzumischen“, erklärte Sauermann. Alle Veranstaltungen des SPD-Ortsvereins seien öffentlich, die entsprechenden Ter­mine finde man auf der Homepage der Partei (www.spd-wenden.de).
In den Sprechstunden im parteieigenen Bürgerbüro an der Hauptstraße in Wenden seien viele Enttäuschungen der Bürger zu Tage getreten. „Doch es wird nichts besser, wenn man sich zurückzieht“, meinte der Parteivorsitzende. Es gelte, sich aktiv einzubringen und an den Problemen zu arbei­ten. Der 2. stellv. Bürgermeister betonte diesbezüglich, dass seine Partei den Elan der Jugend und die Erfahrung der Älteren nutzen wolle. Sauermann wies auf die Hilfsangebote der SPD Wenden hin und nannte beispiel­haft die Informationen zu den ab 1. Januar 2012 geltenden Änderungen beim „pfän­dungsfreien Konto“ sowie die Probleme mit der verschobenen Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte. Hier biete man kostenlose Beratung an.
Stephan Niederschlag bat derweil um Verständnis, dass er zum jetzigen Zeit­punkt noch nicht Auskunft über politische Ziele der SPD-Ratsfraktion informieren könne: „Ich will den Haushaltsberatungen in der Gemeinde Wenden nicht vorgrei­fen“, betonte Niederschlag. Er wolle den in­ternen Beratungen nicht zuvorkommen und den anderen Parteien zum jetzigen Zeitpunkt keine „Steilvorlagen“ offerieren. Beim Thema „Schulpolitik“ legt sich die SPD Wenden aber bereits aus dem Fenster: Sie will eine Gesamtschule in Wenden. Wie mehrfach berichtet, wird über eine Verän­derung der Schulform im Konrad-Adenauer-Schulzentrum (KAS) nachgedacht. Ein interfraktioneller Arbeitskreis hat be­kanntlich empfohlen, die Real- sowie die Hauptschule auslaufen zu lassen und eine Sekundär- oder eine Gesamtschule im KAS einzurichten. Diesbezüglich erinnerte Ludger Reuber daran, dass es die SPD-Fraktion gewesen sei, die mit ihrem Antrag auf Teilnahme an dem seinerzeitigen Projekt Gemein­schaftsschule den Stein ins Rollen ge­bracht habe. Denn auf dieser Diskussion fußend sei der Arbeitskreis gebildet wor­den. Dieser habe bereits mehrfach getagt und sich detaillierte Informationen einge­holt. Wie ebenfalls berichtet, tagt der Ar­beitskreis im Januar erneut, um eine end­gültige Entscheidung des Gemeinderats über die künftige Schulform im KAS vorzu­bereiten. „Wir als SPD favorisieren und for­dern eine Gesamtschule“, machte Ludger Reuber klar.
Eine Gesamtschule biete das beste Konzept, um schwachen wie starken Schülern entgegenzukommen. Außerdem bestehe dann erstmals die Möglichkeit, in Wenden neben allen anderen Schulab­schlüssen auch das Abitur zu machen - und das nicht nach zwölf, sondern nach 13 Schuljahren. Ludger Reuber kündigte an, dass die SPD darauf pochen werde, nicht nur die El­tern von Kindern im 3. und 4. Schuljahr an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, sondern auch die Eltern von Kindern im 1. und 2. Schuljahr sowie die von Kindergartenkindern. „Wir müssen bei so einer weit­reichenden Entscheidung alle Eltern mit­nehmen.“

Sibille Niklas kündigte an, dass die SPD Wenden seit Jahren wieder eine Frauen­gruppe habe. Am Weltfrauentag am 8. März 2012 soll nun die Arbeitsgemein­schaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) neugegründet werden. Diese Partei­gruppierung sei in allen Ortsvereinen im Kreis eingeschlafen. Der SPD-Ortsverein Wenden sei jetzt der erste, der die AsF wie­der ins Leben rufe. Die Arbeitsgemein­schaft wolle sich vornehmlich den Themen „Gewalt gegen Frauen“, „Lohndiskriminie­rung“ und dem „Neugeborenenempfang“ widmen. Zum Einstand plane man für 20. und 21. April eine Fahrt nach Brüssel, um dort unter anderem die hiesige SPD-Euro- paabgeordnete Birgit Sippel zu treffen und das Parlament zu besuchen. Interessenten können sich im SPD-Büro, Tel. (0 27 62) 98 72 80, oder bei Sibille Niklas, Tel. (0 27 62) 58 95, melden. Zum zweiten Mal möchte die SPD Wen­den einen Neugeborenenempfang durch­führen. Dieser soll am 31. März ab 10 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Möllmicke stattfinden. Eingeladen sind alle Neubür­ger der Gemeinde Wenden, die in diesem Jahr sowie bis einschließlich März 2012 ge­boren werden - natürlich mit Eltern und Geschwistern. Die Besucher erhalten dort die „Elternbegleitbroschüre“ der SPD Wenden, in der wichtige Informationen und Ansprechpartner aufgelistet sind. An dem Tag selbst gibt es darüber hinaus In­formationsstände der Freiwilligen Feuer­wehr der Gemeinde Wenden, einer He­bamme, eines Kindertherapeuten, des Deutschen Roten Kreuzes sowie der evan­gelischen und katholischen Kirchenge­meinden.

 

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